FAZ: VERLUST DER HANDSCHRIFT VON SARA KREUTER

Was geht verloren, wenn Kinder nicht mehr lernen, mit der Hand zu schreiben?
Oder es nur noch in Druckbuchstaben können? Einiges, sagt der Graphologe Helmut Ploog.

Ausnahmefällen per Hand. Trauern Sie den alten Zeiten nach?

Ein wenig schon, ja. Eine schöne Handschrift gehörte früher einfach dazu, war sogar Voraussetzung, um einen guten Job zu bekommen. Das ist verlorengegangen durch die größeren Freiheiten, die Kindern und Jugendlichen in der Erziehung eingeräumt wurden. Das zeigt schon ein Vergleich mit der ehemaligen DDR. Dort war die Erziehung noch strenger, dementsprechend haben ältere Leute aus dem Osten heute eine schönere Handschrift.

Ist es legitim, aus reiner Sentimentalität am handschriftlichen Schreiben festzuhalten?

Es ist nicht nur die Nostalgie, die den Wert der Handschrift ausmacht. Das Schreiben ist zentraler Teil unserer Kommunikation . . .

. . . die sich weiterentwickelt. So wie die Schreibmaschine den Federkiel ersetzt hat, ersetzt nun die Tastatur den Füller. Hat die Handschrift in Zeiten des digitalen Fortschritts irgendwann schlichtweg ausgedient?